2009/03/10

Vom vielen Regen und schoenen Landschaften und Schafen!


Milford Sound / Fijordland

So langsam setzt der Eindrucksoverkill ein.

Wir sind mittlerweile in Glenorchy nördlich von Queenstown. Aber immer der Reihe nach. Nachdem es uns in Christchurch überhaupt nicht gefallen hat, sind wir nach zwei Tagen Stadtbummel weiter Richtung Banks Peninsula gefahren, um dort in der Hickory Bay auf einer Farm zu Wwoofen.
Auf der Farm war es ganz famos. 1000 Schafe, 300 Kühe, 5 Hunde und zwei Menschen in einer herrlichen Bucht. Die Farm gehört seit 3 Jahren David Rothschild und ist voll organisch zertifiziert. Das bedeutet nichts weiter, als das die Tiere die ganze Zeit auf der Weide stehen und das Gras fressen. Keine Nahrungszusätze und so weiter. Alex, der Manager und Frank, der Mann für alles, hausten in einem kleinen Cottage.
Eine typische Männer WG. Die zwei scheinen alle Zeit der Welt zu haben und verbringen ihre Abende in der Badewanne mit einer oder zwei oder... Flaschen Bier.
Wir hatten die Aufgabe, einen alten Schuppen mit neuer Farbe zu versehen.
Dafür konnten wir im alten Farmhaus nächtigen, uns nach Herzenslust im Gemüsegarten bedienen und Unmengen Schaffleisch verzehren.
Ach ja beim Schaffscheren haben wir auch geholfen. Das entfernen der Wolle ist mitunter eine recht blutige Angelegenheit. 7 Tage war die Hickory Bay unsere Heimat und der Abschied fiel alles andere als leicht.
Als wir die Banks Peninsula Richtung Lake Tekapo verliessen, konnten wir nicht ahnen, dass es die nächsten 7 Tage fast ununterbrochen regnete. Shit. Somit haben wir nix vom Mount Cook gesehen und an der Küste auf dem Weg nach Dunedin war uns auch nicht zum verweilen zumute.
Ausser in Moeraki, wo wir in einem wirklich wirklich netten kleinen Restaurant dachten, wir sind in Frankreich und den besten Fisch serviert bekamen, den wir bis dahin gegessen haben. Super Satz.
In Dunedin haben wir endlich unsere Flüge umgebucht und gleichzeitig den Traum von Fiji begraben. Das Budget ist zu eng. Dafür bleiben wir jetzt 8 Tage in L.A. Auch nicht schlecht. Ich war auch mal im Wasser und hab mir gleich nen schönen Schnupfen eingefangen. Geplant war, dass wir uns auf der Otagago Peninsula eine Wwoofstelle suchen und dort ne Woche bleiben. Wir haben uns aber auf Grund der Wettervorhersage umentschieden und sind nach drei Tagen weiter Richtung Süden gefahren, da dort kein Regen angesagt war. Das Wasser in Dunedin ist schon kalt,15 Grad im Sommer, weiter südlich wird es aber leider auh nicht wärmer. Bei meinem einzigen Surf in Dunedin hab ich mir auch gleich nen Schnupfen eingefangen. Das Wetter erinnerte eher an Spätherbst und der eiskalte Wind, der von Süden heraufwehte, trug nicht zum aufheitern der Stimmung bei. In Surat Bay an der Catlins Coast, ganz im Süden, begrüsste uns auch ein Campingplatzinhaber mit der Frage, wie uns der neuseeländische Winter gefällt und alle Reisenden, denen wir in diesen Tagen begegneten, klagten über das nasskalte Wetter. Somit trieb uns der Wettergott an der Küste entlang und wir liesen die Catlins leider viel zu schnell hinter uns.
Wir haben auch keinen Wwoofplatz bekommen, da in der Region wenige Mensche leben und noch weniger Wwoofplätze existieren. Von Invergargill, der südlichsten Stadt NZ, gibt es nicht viel zu berichten. Nicht sehr schön und auch die flache Landschaft drumherum bieten nicht wirklich was. Einzigster Grund hier zu verweilen ist wahrscheinlich Stewart Island, die dritte der grösseren neuseländischen Inseln.
Wir sind nicht rübergeflogen oder haben mit dem Boot übergesetzt. Das Budget... Auf der Insel kann man super Wandern und Kiwis beobachten. An der Küstenstrasse Richtung Te Anau, passiert man ne Menge schöner Buchten und ich hatte das Glück, einen super Swell an die Küste laufen zu sehen. Offshore und 4 - 5 Fuss. Poridge linker Pointbreak ist gelaufen und es waren nur 5 Leute im Wasser. Alle aber mit Booties und Haube. Es war nämlich arschkalt. Ich bin NICHT ins Wasser. Könnte mich noch jetzt in den Arsch beissen, aber so ist das eben. Ich hatte noch den Schnupfen und keine Booties und keine Haube... Scheiße:)
Naja, schnell weiterfahren, um wieder Richtung Norden zu kommen, wo es dann wieder WÄRMER wird.
Die Landschaft verändert sich merklich und die ersten Berge des Fjordland National Parks zeigen sich. Die Gegend ist wirklich sehenswert, was die Bilder vom Lake Manapouri zeigen. Der Wetterbericht sagte noch immer Regen in Dunedin und das es Montag über dem Fjordland aufreisst und schön wird. Juhu. Auf in den Milford Sound. Von Te Anau sind es 119 km bis nach Milford, was auf Seehöhe im Sound liegt.
Die Strasse wird als eine der schönsten der Welt angepriesen. Ich bin immer vorsichtig, was solche Sachen angeht. Auf der Strecke befinden sich ein paar vom DOC verwaltete Capingplätze und wir sind bis an den Lake Gunn gefahren, mit dem Plan die restlichen 40 km in aller Hergottsfrühe am nächsten Morgen zurückzulegen, um mit dem ersten und billigsten Boot den Sound zu befahren. 6. 45 klingelt der Wecker und der Himmel zeigte Wolkenlücken. Die Fahrt an diesem Morgen in den Sound und der Boot gehören mit zu den beindruckensden Erlebnissen, die ich hatte.
Bis kurz nach dem Lake Gunn wo wir campiert hatten, gestaltete sich die Landschaft nicht sehr spektakulär, sobald man aber the Divide (die niedrigste Ost West Verbindung in den neuseeländischen Alpen) hinter sich lässt, kommt man nicht mehr aus dem Staunen heraus. Vielleicht lag es an dem wolkenverhangenen Himmel, der der Szenerie etwas magisches gab. Überall wo man hinschaute, stürzten Wasserfälle die fast senkrechten Bergwände herab und die Strasse ist von dichtem Regenwald gesäumt und mir kam es vor, als würden wir uns in einer Filmkulisse bewegen. Leider ist der Himmel nicht bei der 2 stündigen Bootstour aufgerissen, erst als wir uns wieder auf den Weg aus den Sound heraus gemacht haben. Es war trotzdem ein unglaubliches Erlebnis. Was auch wirklich unglaublich war ist die Anzahl der Sandflies. Mann kann keinen Schritt machen, ohne das die Biester sich in Schwärmen auf einen stürzen.


Da ich diese Berrichte immer auf meinem Laptop vorschreibe und dann versuche, moeglichst aktuell (hahaha) ins Netz zu stellen, passiert es schon mal, dass der anfeanglich erwaehnte Ort (Wir sind in Glenorchy...) nicht mehr mit dem eigentlichen Aufenthaltsort uebereinstimmt. Der hat sich veraendert und wird Franz Josef genannt. Liegt an der Westcoast und befindet sich meines Wissens um die 400 Strassenkilometer noerdlich von Glenorchy. Es schuettet wie aus Kannen (ist ueblich in der Gegend), und die winzigen Nester sind von einem undurchdringlichen Busch mit Millionen von Sandflies umgeben. Mann kann sagen "Hallo nirgendwo" und auch Ausdruecke wie "am Ende der Welt" gehen einem leicht ueber die Lippen. Na jedenfalls liegen erlebnissreiche Tage in den Bergen von Queenstown und Wanaka hinter uns. Wunderschoene Landschaft mit grossartigen Bergen und Seen. Wandern, Wandern Wandern....


Morgen hoffen wir auf besseres Wetter, um den Gletscher zu erkunden und einen Blick auf den Mount Cook zu erhaschen. Dann solls auch schon weitergehen. Wir streben wieder nordwaerts.

Greymouth und Arthurs Pass werden wohl mit einem etwas laengerem Aufenthalt bedacht. Am Arthurs Pass soll dann auch mal eine Wanderung mit Huettenuebernachtung gemacht werden. Ein solches Unternehmen auf den beruehmten Wanderungen um Queenstown, vereitelte ein uebereifriger Polizeibeamter, in dem er es fuer noetig erachtetete, mir ein Ticket auzustellen weil ich meinen Gurt nicht angelegt hatte. Arschloch....


Ach ja es es giesst wie aus Kannen, ein nicht unueblicher Zustand in der Gegend....